Die Großstadt und ich
Das Großstadtkind
Du armes Kind, du tust mir leid,
Ich seh dich traurig an.
Was bringt für dich die Sommerszeit,
Das dich erfreuen kann?
Dich lockt umsonst der junge Tag
Hinaus in Tau und Licht;
Du kennst im Wald den Erdbeerschlag,
Die Brombeerhecke nicht.
Du tauchest nie die Füßchen ein
In silberklaren Bach;
Du jagst nicht auf dem bunten Rain
Den Schmetterlingen nach.
Du siehst es nicht, wie unser Brot
Der Ackersmann gewinnt;
Dir färben nicht die Wänglein rot
Die Sonne und der Wind.
Wenn rote Rosen trägt der Dorn,
Nicht eine pflückest du;
Du gehst nicht durch das hohe Dorn
Und hörst den Lerchen zu.
Du siehst das Schilf nicht flüsternd stehn
Bei sanfter Lüfte Hauch;
Du hast gewiß noch nie gesehn
Das Vogelnest im Strauch.
Dir macht nicht seinen Zauber kund
Der Lenz im Sonnenglanz;
Du brichst nicht auf dem Wiesengrund
Maßliebchen dir zum Kranz.
Bejammernswert erscheinst du mir,
Ich säh dich nur mit Schmerz,
Hätt Gott nicht doch den Frühling dir
Hineingelegt ins Herz.
Johannes Trojan
Du armes Kind, du tust mir leid,
Ich seh dich traurig an.
Was bringt für dich die Sommerszeit,
Das dich erfreuen kann?
Dich lockt umsonst der junge Tag
Hinaus in Tau und Licht;
Du kennst im Wald den Erdbeerschlag,
Die Brombeerhecke nicht.
Du tauchest nie die Füßchen ein
In silberklaren Bach;
Du jagst nicht auf dem bunten Rain
Den Schmetterlingen nach.
Du siehst es nicht, wie unser Brot
Der Ackersmann gewinnt;
Dir färben nicht die Wänglein rot
Die Sonne und der Wind.
Wenn rote Rosen trägt der Dorn,
Nicht eine pflückest du;
Du gehst nicht durch das hohe Dorn
Und hörst den Lerchen zu.
Du siehst das Schilf nicht flüsternd stehn
Bei sanfter Lüfte Hauch;
Du hast gewiß noch nie gesehn
Das Vogelnest im Strauch.
Dir macht nicht seinen Zauber kund
Der Lenz im Sonnenglanz;
Du brichst nicht auf dem Wiesengrund
Maßliebchen dir zum Kranz.
Bejammernswert erscheinst du mir,
Ich säh dich nur mit Schmerz,
Hätt Gott nicht doch den Frühling dir
Hineingelegt ins Herz.
Johannes Trojan
Cappa - 9. Jan, 18:06
